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Landschaftlich
im Vorland der Schwäbischen Alb, am Übergang zur
Gäu-Landschaft gelegen, liegt die
Gemeinde Haigerloch-Trillfingen.
Auf dem Höhenrücken zwischen Eyach- und Neckartal liegt es
weithin sichtbar mit seiner markanten,
vorwiegend gegen Süden gerichteten Kulisse, mit herrlichem
Blick auf die Schwäbische Alb, vom
Dreifaltigkeitsberg bei Spaichingen bis zur Achalm bei Reutlingen.
Seit mindestens 700 Jahren schon bewohnt und urkundlich
erwähnt, bietet unsere Gemeinde derzeit
etwa 1400 Einwohnern eine Heimat.
Dank der ertragreichen Böden unserer
Gemarkung, war seit alters her die Landwirtschaft der
Haupterwerb unserer Einwohner, was ganz deutlich an der
Gebäudestruktur des alten Ortskerns sichtbar wird.
Durchsetzt mit Handwerks-, Handels- und
Dienstleistungsbetrieben für den Bedarf des täglichen Lebens.
Trotzdem waren viele unserer Vorfahren gezwungen, sich in der
nahen und weiteren Umgebung um Arbeit
umzusehen, oder in der Ferne sich eine Heimat zu schaffen. So
waren auch viele aus unserer Heimatgemeinde mit
dabei, als im 18.Jahrhundert eine Auswanderungswelle
von Ulm aus die Donau hinab in die dünn besiedelten Gebiete der
damaligen Donau Monarchien ging. Aber auch in die Vereinigten
Staaten und in unserem Nachbarland Schweiz
suchten viele Arbeit und Heimat. Erst mit der beginnenden
Industrialisierung besserte sich langsam die Lage unserer
Einwohner. Infolge einer bis in die jüngste Vergangenheit
andauernden mangelhaften Verkehrsanbindung, siedelten sich
Industrie mit Arbeitsplätzen in grosser Zahl nur sehr begrenzt
in unserer näheren Umgebung an, so dass auch
heute die meisten unserer Mitbürger ihren Broterwerb neben
Betrieben und Einrichtungen in unserem Stadtbereich, in
den Räumen Balingen, Hechingen, Tübingen und vor allen Dingen
im Ballungsraum Böblingen-Sindelfingen haben.
Daraus ist zu erklären, dass heute unsere Gemeinde eine
landwirtschaftlich orientierte Wohngemeinde im Rahmen der Stadt
Haigerloch ist.
Mit der Eingemeindung in die Stadt Haigerloch endete am
31.12.1972 die Selbständigkeit unserer Gemeinde, nachdem vom
damaligen Bürgermeister Wilhelm Stehle
weitsichtig
vorausgesehen wurde, dass langfristiger Widerstand gegen eine
Eingemeindung für unseren Ort eher von Nachteil, als von
Vorteil wäre.
In der Tat war es so, dass viele Aufgaben, die anstanden in
einer selbständigen Gemeinde unserer
Grösse und unserer Wirtschaftskraft nicht oder nur sehr langsam
zu verwirklichen gewesen wären, auch wenn die
kommunalpolitisch engagierten Leute dafür
bekannt waren, nach Möglichkeit unseren Nachbargemeinden immer
ein Schritt voraus zu sein. So zum
Beispiel beim Aufbau der Trinkwasserversorgung, die schon
in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts mit dem Beitritt zur
Nordstetter Wasserversorgungsgruppe die
Versorgung sicherstellte. Auch nach dem 2. Weltkrieg ging
trotz knapper Mittel die Entwicklung weiter, so mit dem Ausbau
des Abwassernetzes schon Ende der fünfziger und Anfang der
sechziger Jahre; mit dem Bau der Leichenhalle
1970, einem beträchtlichen Zuschuss zum Bau des neuen
Kindergartens der kath. Kirchengemeinde
1972, mit dem Bau der Mehrzweckhalle samt Festgelände, als Teil
des Eingemeindungsvertrages, durch die
Stadt Haigerloch im Jahre 1975.
Daneben natürlich die Bereitstellung von
Bauland, Ausbau der Ortsstrassen, Sanierungsmassnahmen an der
St. Wendelins-Kapelle, die im Eigentum der Stadt ist und seit
Anfang der neunziger Jahre auch die schrittweise
Sanierung des alten Ortskerns. Im Foyer unserer Schule steht
folgender Spruch: "Gute Schulen am
rechten Platz, sind für die Gemeinden ein grosser Schatz".
In unserem Schulhaus, dem dritten, wenn man der
Geschichtsschreibung glauben darf sind die
Klassen 1 und 2 des Grundschulverbandes Trillfingen und Bad
Imnau untergebracht, während die Klassen
3 und 4 in Bad lmnau unterrichtet werden. Dies war
natürlich nicht immer so: noch im Jahr 1966, bis zur
Einführung der Hauptschule, wurden in Trillfingen etwa 120
Kinder unterrichtet. Während die alten Schulen in umgestalteten
Bauernhäusern untergebracht waren, wurde im Jahre 1913 erstmals
ein richtiges Schulhaus mit 4 Klassenräumen,
Nebenräumen sowie mit 2 Lehrerwohnungen in Betrieb genommen.
Dieses Schulhaus beherbergt auch heute noch die
beiden Klassen der Grundschule.
Der relativ grosszügige Bau war aber auch der Grund dafür,
weshalb in Trillfingen nach dem Krieg kein
neues Schulgebäude errichtet wurde, so wie dies in den meisten
unserer Nachbargemeinden geschehen ist,eine Entwicklung
ähnlicher Art, nämlich die Kooperation mit Nachbargemeinden,
blieb auch der Kirchengemeinde nicht erspart.
Während im 15.Jahrhundert noch Teile der
Stadt Haigerloch zur Pfarrei von Trillfingen gehörten, haben
wir heute wieder einen Pfarrverband mit
den Gemeinden Bad Imnau und Hart.
Neben unserer Dorfkirche "St.
Valentin" die im
Jahre 1842 in ihrer heutigen Gestalt fertiggestellt
wurde, erhebt sich auf dem höchsten Punkt unserer Gemeinde, die
"Sankt Wendelinskapelle". In der
jetzigen Form wurde sie um 1775 errichtet. Sie ist zusammen
mit dem ehemaligen Kindergarten, dem in den letzten Jahren
völlig renovierten und zum Pfarrheim umfunktionierten Haus,
einer der markantesten Punkte unserer
Gemeinde und von weither Blickfang in der Silhouette
Trillfingens.
Das Leben in unserer Gemeinde ist sehr stark geprägt durch
unser reges Vereinsleben. Seit vielen Jahrzehnten, unterbrochen
durch Zwangspause während des Nazi-Regimes arbeiten
ehrenamtlich viele unserer Mitbürger in den Vereinen unserer
Gemeinde und gestalten so in einem
außerordentlichen Maße das sportliche und kulturelle Leben in
Trillfingen. Ein besonderes Anliegen ist den Vereinen die
Jugendarbeit. Nicht nur im eigenen Interesse, auch im Hinblick
auf die besondere Situation in der sich unsere Jugend in diesem
Jahrzehnt des zu Ende gehenden 2. Jahrtausend befindet, sammeln
die Vereine durch ein vielschichtiges Angebot an Betätigung in
einer Gemeinschaft Jugendliche aller Schichtungen um sich, mit
dem Ziel, unsere heranwachsende Generation
in unser dörfliches Leben einzubinden.
Jetzt, an der Schwelle zum 21. Jahrhundert sollte die
Zielsetzung auch für unser Trillfingen sein: Weiterentwicklung
der Gemeinde, Pflege des Überlieferten und trotz Bewahrung
von einem Höchstmaß an selbständigem Handeln, Anpassung an
die Veränderungen und Herausforderungen unserer Zeit.
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